Am Sonntag, 13. September 2026, öffnet das ehemalige Kloster in der Schulstraße 16 in Emersacker im Rahmen des Tags des offenen Denkmals seine Türen. Bei einer Führung um 14 Uhr können Interessierte das historische Gebäude und seine heutige Nutzung kennenlernen.
Vom Schul- und Anstaltshaus zum Kindergarten
Nachdem um 1890 die bisherige Schule aufgrund der stetig wachsenden Kinderzahl in Emersacker an seine Kapazitätsgrenzen gestoßen war, konnte im Jahr 1902 dank der großzügigen finanziellen Unterstützung der Brauereiwitwe Ottilia Wörner das „Wörnersche Schul- und Anstaltshaus“ in der heutigen Schulstraße 16 gebaut werden. Die Einweihung fand am 6. Mai 1903 statt.
Auf Wunsch der Stifterin wurden die Mädchen- und Industrieschule sowie die „Kinderbewahrungsanstalt“ ausschließlich von Ordensfrauen aus dem Augsburger Kloster Maria Stern betreut. Die Schwestern waren im Obergeschoss des Gebäudes untergebracht. Dort befindet sich auch die Hauskapelle, welche mit einer Ausstattung im neuromanischen Stil versehen ist.
Fast 60 Jahre lang prägten Schule und Kloster das Gebäude. 1961 musste die Einrichtung wegen des zunehmenden Schwesternmangels geschlossen werden. Anschließend stand das Haus über viele Jahre leer und war zunehmend dem Verfall ausgesetzt. Erst 1985/86 wurde es zum Kindergarten und Pfarrzentrum umgebaut.
Denkmalgerechte Sanierung und Erweiterung
Mit dem erneuten deutlichen Bevölkerungswachstum in Emersacker stellte sich ab 2015 erneut die Frage nach der Zukunft des Gebäudes. Neben der notwendigen Erweiterung des Kindergartens waren umfangreiche Sanierungsarbeiten am Bestandsgebäude erforderlich. Nach eingehenden Beratungen entschieden sich die Verantwortlichen gegen einen Neubau des Kindergartens an anderer Stelle. Stattdessen wurde das denkmalgeschützte Gebäude saniert und an seiner Westseite durch einen Neubau erweitert.
Das gemeinsam entwickelte Projekt wurde im Wettbewerb des Landratsamtes Augsburg zur „Förderung der Baukultur im Augsburger Land“ mit einem Preisgeld ausgezeichnet. Die Jury würdigte insbesondere die gelungene Verbindung von historischem Bestand und moderner Ergänzung. Der schlicht gehaltene Neubau ordnet sich mit seinem Dach bewusst dem beeindruckenden Walmdach des Klostergebäudes unter und ermöglicht so eine zeitgemäße Nutzung des Denkmals.
Führung am 13. September 2026
Bei der Führung am 13. September 2026 um 14 Uhr geben Altbürgermeister Alois Heim, Altbürgermeister Michael Müller, Siegfried Karner und Zweiter Bürgermeister Manfred Schußmann Einblicke in die Geschichte und Entwicklung des Gebäudes. Besichtigt werden unter anderem die Klosterkapelle, das sanierte Dachgeschoss sowie der neu gestaltete Kindergarten. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Eine Anmeldung ist daher erwünscht – telefonisch unter 0821 3102 2547 oder per E-Mail an heimatpflege[at]LRA-a[dot]bayern[dot]de.
Text: Alois Heim und Siegfried Karner
Bild: Gemeinde Emersacker
Foto von links: Karl-Heinz Mengele, Manfred Schußmann, Michael Müller, Alois Heim und Siegfried Karner
